Berkshire Hathaway: Warren Buffett trennt sich weiter von BYD-Investitionen in China

Warren Buffetts Berkshire Hathaway baut seine seit 14 Jahren gehaltene Long-Position in BYD, Chinas größtem einheimischen Elektroautohersteller und Hauptkonkurrenten von Tesla, weiter ab.

Das Konglomerat des legendären Investors verkaufte letzte Woche weitere 3,2 Millionen an der Hongkonger Börse notierte BYD-Aktien (BYDDF) und reduzierte damit seinen Anteil auf 15,99 %, wie aus einem am Dienstag in Hongkong eingereichten Börsenbericht hervorgeht. Der Verkauf hatte einen Wert von etwa 80 Millionen Dollar.

Es ist der fünfte größere Verkauf von BYD-Aktien durch Berkshire (BERK) seit August, wie aus den öffentlichen Unterlagen hervorgeht. Das Tempo der Verkäufe hat sich in diesem Monat deutlich erhöht, mit bisher drei Transaktionen im November.

Berkshire hat den Grund für die Verkäufe nicht bekannt gegeben. Das Unternehmen reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von CNN Business.

Bevor das erste Geschäft im August bekannt wurde, hatte Berkshire 14 Jahre lang 225 Millionen BYD-Aktien gehalten.

Das US-Konglomerat kaufte BYD-Aktien erstmals im Jahr 2008 zu einem durchschnittlichen Preis von 8 HK$ (1,02 $) pro Stück und investierte 230 Millionen $. Damals waren die BYD-Aktien während der weltweiten Finanzkrise auf ein Rekordtief gefallen.

Seitdem hat sich die Aktie jedoch wieder deutlich erholt. Im Jahr 2020 stiegen die in Hongkong notierten BYD-Aktien um 437 %, als das Unternehmen seine “Blade Battery” entwickelte und der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge boomte.

Nach Angaben des Unternehmens ist die blattförmige Batterie dünner und länger als herkömmliche Lithium-Eisen-Zellen. Dadurch kann der verfügbare Platz im Akkupack optimal genutzt werden. Laut BYD ist es auch weniger wahrscheinlich, dass sie Feuer fängt, selbst wenn sie stark beschädigt ist.

BYD hat Tesla bereits überholt und ist die meistverkaufte Elektroauto-Marke in China. Im letzten Monat verkaufte BYD 103.157 reine Elektrofahrzeuge in China. Im Vergleich dazu lieferte Tesla laut Daten der China Passenger Car Association 71.704 Fahrzeuge aus seinem chinesischen Werk aus.

Ende Juni erreichten die in Hongkong notierten BYD-Aktien ein Rekordhoch von 331,4 HK$ (42 $). Das war etwa das 41-fache des Preises, den Berkshire vor 14 Jahren bezahlt hatte.

Seit dem Sommer ist Berkshire mit dem Verkauf von BYD-Aktien beschäftigt. Aus den jüngsten Börsenunterlagen geht hervor, dass das Konglomerat in den letzten vier Monaten mehr als 49 Millionen BYD-Aktien abgestoßen hat.

Es ist nicht klar, wie viel Berkshire von diesem Verkauf profitiert hat. Aber der Durchschnittspreis jeder Aktie in den fünf von dem Unternehmen seit August bekannt gegebenen Transaktionen lag bei etwa 205 HK$ (26 $).

Legt man diesen Durchschnittswert zugrunde, so könnte Berkshire nach einer Berechnung von CNN Business durch den Verkauf der 49 Millionen Aktien einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden Dollar erzielt haben, wenn man von einem Kaufpreis von 8 HK$ ausgeht. Der derzeitige Anteil des Konglomerats an BYD ist auf der Grundlage des letzten Aktienkurses 3,9 Milliarden Dollar wert.

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