Grundlagen der Veranlagung

Aktien ohne Streuung – Glückssache

Wir stellen stichwortartig heute zusammen warum Aktieninvestments ohne Streuung ein Glückspiel sind und warum ein Teil des Vermögens auch von Selftradern nicht in Investmentfonds trotzdem investiert werden wollte.

Unternehmenspleiten

Ist ein Insolvenzfall in einem Unternehmen vorhersehbar?

Nein.

Die Liquidität eines Unternehmens wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Selbst die umsatzstärksten und erfolgreichsten Unternehmen kann ein Unglücksfall treffen. 

Beispielsweise kleine Fehler mit unabsehbaren Folgen oder das Fälschen der eigenen Bilanz, können ein Unternehmen finanziell stark belasten. Aber auch Unternehmen, die wegen Pandemien, wie der Coronavirus-Pandemie, über Monate geschlossen waren, hat es schwer getroffen.

Aber nicht dadurch den Kopf hängen lassen und nicht den Mut verlieren, sondern in Aktien investieren.

Reichtum: Vorhersehbar oder Zufall?

Wie einst der ehemalige Vorstandsvorsitzende der amerikanischen Kaufhauskette Julius Rosenwald sagte:

„Erfolg setzt sich nach meiner Überzeugung zu 95 Prozent aus Glück und zu 5 Prozent aus Können zusammen. Sehen Sie mich an: Ich weiß genau, dass sich unter meinen Angestellten unzählige qualifizierte Kräfte befinden, die meine Firma genauso gut leiten könnten wie ich. Aber sie hatten nicht die entscheidenden Chancen. Das ist der einzige Unterschied zwischen ihnen und mir.“

Ob es sich um den Vorstand eines Unternehmens oder einen Fondsmanager handelt, wobei außergewöhnliche Erfolge in der Planbarkeit der Zukunft und der Geschicklichkeit des Managements enden, und wo der Zufall beginnt, kann niemand klar trennen.

In manchen Bereichen ist diese Unterscheidung leichter

Denken Sie an einen Tischler. Sofort sieht man, ob er sein Handwerk versteht, zum Gelingen seines nächsten Möbelstücks wird er kein Glück brauchen. Aber ein Fußballtrainer, erfolgreich bei seinem bisherigen Verein, wird ihn der Erfolg beim Wechsel zum neuen Klub begleiten? Noch komplizierter ist das Wirtschaftsleben mit Millionen von Teilnehmern, hunderttausenden Unternehmen und einer weltweiten Verflechtung. Sicher gibt es Vorstände, die ihr Handwerk besonders gut verstehen. Aber, ob die Gewinner von gestern jene von morgen sein werden, bleibt ungewiss. Ist es Genialität, die außergewöhnliche Leistungen hervorbringt und vor allem ist so etwas vorhersehbar und häufig wiederholbar?

Es ist natürlich kein Zufall, dass sich unter den 100 reichsten Menschen der Welt fast ausschließlich Unternehmer, Politiker bzw. Machthaber oder deren Erben befinden. Sie kamen in der richtigen Wiege zur Welt oder hatten im Berufsleben ein besonders glückliches Händchen. Wer alles auf eine Karte setzt, hat die besten Chancen ganz nach oben zu kommen und trägt gleichzeitig die größten Risiken im Armenhaus zu enden.

Zusammengefasst

Außergewöhnliche Erfolge bei Unternehmen und Investmentfonds beruhen zu einem hohen Teil auf Zufall. Sie hängen im besten Fall damit zusammen, eine außerordentliche Chance richtig zu erkennen, weil man gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Aber, ob solche Chancen häufig wiederkehren, ist nicht vorhersehbar.

Was sind Investmentfonds, Aktien und Aktienindizes?

Ein offener Investmentfond

ist ein rechtlich eigenständiger „Topf“, in den eine Gruppe von Anlegern mit dem selben Anlageziel Geld investiert. Ein Fondsmanager wählt die einzelnen Wertpapiere, meist Aktien oder Anleihen aus, in die investiert wird. Üblicherweise wird das Geld vom Fondsmanager in 50 bis 200 unterschiedliche Wertpapiere investiert, um das Risiko der Anlage zu streuen. Für sein einbezahltes Geld erhält der Anleger Anteile. Die Anteile kauft und verkauft der Anleger bei seiner Bank oder direkt bei einer Fondsgesellschaft auch Kapital Anlage Gesellschaft (KAG) genannt. Der Wert jeden Anteils wird täglich nach gesetzlichen Richtlinien berechnet. Der offene Fonds ist verpflichtet zu diesem Kurs angebotene Anteile zurückzukaufen. Immer wenn bei uns allgemein von Fonds die Rede ist, sind dabei solche offenen Investmentfonds gemeint.

Aktien

verbriefen einen Eigentumsanteil an einer Aktiengesellschaft. Beispiele von börsengehandel- ten Aktiengesellschaften sind: Coca-Cola, BMW, Te- lekom Austria, Novartis. Aktien sind die meistgehan- delte Form von Eigentumsanteilen an Börsen. Übli- cherweise wird jährlich ein Teil der Unternehmens- gewinne, die so genannte Dividende ausgeschüttet. Die einbehaltenen Gewinne werden von den Unter- nehmen neu investiert und führen daher zum lang- fristigen Anstieg der Aktienkurse. Die Aktiengesell- schaft ist nicht verpflichtet Aktien zurückzukaufen. Jeder Käufer einer Aktie muss an der Börse einen Verkäufer finden und umgekehrt.

Aktienindizes

Im Zusammenhang mit Aktien und Fonds wird häufig auch ein Aktienindex genannt. Mit einem Aktienindex misst man die Kursänderung eines festgelegten Korbs von Aktien. Der Aktienindex Dow Jones Industrial umfasst die größten 30 USA Aktiengesellschaften, der DAX die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften, der S&P 500 die 500 größten USA Industrie-Aktiengesellschaften. Ein Aktienindex zeigt an, wie viel Prozent sich die Kurse vieler Aktien verändert haben. Dabei wird die durchschnittliche Kursänderung aller Aktien, die im Index enthalten sind, in Prozent berechnet. Das ist aussagekräftiger für die Entwicklung des Aktienmarktes als die Kursänderung einer einzelnen Aktie.

Wenn Ihr Nachbarhaus zu einem höheren Preis verkauft wird, bedeutet das nicht automatisch eine allgemeine Entwicklung. Ein Immobilienindex, der viele Hausverkäufe in unterschiedlichen Orten berücksichtigt, ist viel aussagekräftiger, um einen echten Preisanstieg zu messen. Für einen Aktienindex gilt dasselbe.

 Manche Aktienfonds bilden so einen Index genau nach dann nennt man sie Indexfonds und andere orientieren sich stark an Indizes, verändern nur etwas die Gewichtung einzelner Aktien, dann nennt man sie indexorientierte Fonds.

So entstanden Investmentfonds

Seit es Aktien gibt ist klar, dass der Kauf einzelner Aktien hohes Risiko birgt. Ein Bankrott eines Unternehmens ist nie ausgeschlossen. Ganze Branchen verschwinden mit der Zeit. Wo sind zum Beispiel die Hersteller von Schreibmaschinen geblieben? Aber Aktien vieler Branchen zu kaufen und zu verkaufen, benötigt viel Kapital und Zeit. Viele Entscheidungen sind zu treffen, ob man bei einer Kapitalerhöhung mitmacht oder nicht, und noch vieles darüber hinaus. Sich darum zu kümmern, boten bald „Broker“ oder in Europa die Banken an, die ihre wohlhabenden Kunden betreuten. Sie riefen die Kunden an, gaben Ihnen Tipps und führten deren Aufträge durch. Das ist für den Kunden aufwendig und teuer.

Die Fondsidee wurde geboren. Warum sollte nicht ein echter Spezialist ein großes Vermögen für viele Anleger verwalten? 

Dafür wurde eine besondere Rechtsform erfunden, der so genannte „offene Investmentfonds“. Speziell für die Anlage geeignet und von einer besonderen Behörde zum Schutz der Anleger überwacht. Es war eine gute Idee. Ab den späten 80er Jahren kam es weltweit zu einem Siegeszug. Die Hauptwettbewerber für Fonds waren die Broker und Einzeldepots der Banken, sie wurden mithilfe der Vorteilsargumente der Fonds besiegt. Den Banken, war es letztendlich zu teuer ihre Kunden – mit Ausnahme der sehr Reichen, oder jener die hohen Spesen schluckten – individuell vom Personal betreuen zu lassen. Die Banken gründeten selbst Investmentfonds. Plötzlich hatten die Investmentfonds ihre alten Gegner weitgehend verloren, mussten sich aber gegen Investmentfonds anderer Anbieter durchsetzen.

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