Handelsstrategien entwickeln – Teil 1

Welche Systeme gibt es?

Trendfolger

bzw. Momentum Strategien versuchen meist langfristige Trends zu erkennen und ihnen zu folgen, also das Momentum zu nutzen. So ein (langfristiger) Trend entsteht oft aufgrund makroökonomischer Ursachen und kann Wochen, Monate oder sogar Jahre andauern. Z.B. bewegen sich die Aktienmärkte, vor allem in den USA und Europa seit der Finanzkrise 2008 relativ stabil nach oben, von dem Einbruch durch die Corona-Krise 2020 mal abgesehen. In so einem Fall würde eine einfache Buy-and Hold-Strategie ausreichen um diesen Trend zu „handeln“. Tatsächlich passiert das auch sehr häufig in Form sogenannter ETFs, die in den letzten Jahren immer beliebter geworden sind.

Ein Nachteil dieser Systeme ist allerdings, speziell wenn man mit Index-ETFs handelt, dass man den Markt im Grunde nicht „outperformen“ kann, d.h. die erwirtschaftete Rendite ist nicht höher als die entsprechende Marktrendite.


Value-Ansatz

bedient sich makroökonomischer und fundamentaler Kennzahlen zur Beurteilung einer künftigen Entwicklung. Dazu bedarf es allerdings schon etwas mehr Fachwissens, da man hier im Grunde die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Volkswirtschaften, Sektoren und/oder einzelner Unternehmen. antizipieren muss. Ein gewisses Basiswissen in diesen Bereichen ist also eine notwendige Voraussetzung.


Mean-Reversion-Tradingsystem

versuchen Umkehrungen in Bewegungen rechtzeitig zu erkennen. Bei einer Long-Strategie würde also eine Abwärtsbewegung, bzw. die Umkehrung dieser, erkennen und dann „rechtzeitig“ die Aktien kaufen.

Natürlich gibt es noch andere Handelsstrategien, wie z.B. das Trading von saisonalen Effekten, Breakout-Systeme, Statistical Arbitrage und viele mehr. Auf diese wollten wir aber erstmal nicht näher eingeh

Regime Switching

Die unterschiedlichen Handelsstrategien funktionieren in verschiedenen Marktphasen besser oder schlechter. Das hängt damit zusammen, dass unter unterschiedlichen Bedingungen funktionieren, während Trendfolger einfach nur einen mehr oder weniger stabilen Auf- oder Abwärtstrend brauchen, benötigen Reversions-Handelsansätze eine gewisse Volatilität, um ausreichend viele Einstiegssignale zu erhalten.

Um zu erkennen in welcher Marktphase man sich gerade befindet, verwendet man sogenannte Regime-Switching-Modelle. Diese versuchen die entscheidenden Parameter zu quantifizieren und damit eine entsprechende Einordnung zuzulassen. Natürlich sei auch gleich gesagt, dass eine strenge Unterteilung nie möglich ist, man kann letztlich nur von Wahrscheinlichkeiten oder Schwerpunkten sprechen.

Welche Parameter man dabei genau untersucht, hängt von den jeweiligen Modellen und Ansätzen ab. Als erster Ansatz bietet sich aber sicher die Verteilungsfunktion der Returns an bzw. deren Änderung im Laufe der Zeit. Heutzutage verwendet man für solche Verfahren u.a. KI, Hidden-Markov- Modelle oder diverse Filterfunktionen.

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